2019-04-17 Günter Geist organisiert German Open Para Judo

Heidelberg. Zum zehnten Mal wurden die German Open Para Judo im Olympiastützpunkt Heidelberg ausgetragen. Wenn dieser Termin auf der Homepage des Internationalen Blinden-Sport-Verbandes (IBSA) veröffentlicht wird, bedeutet dies für den Behindertensportreferenten des Deutschen Judo Bundes, Günter Geist aus Hemsbach, dass er bis zu 1200 E-Mails beantworten muss. Besonders wenn Länder erstmals teilnehmen, haben sie erhöhten Informationsbedarf. Schade, wenn dann Tansania und Kenia die notwendigen Visa von den Deutschen Botschaften nicht erteilt werden.

Dafür schickte Japan, das Mutterland des Judo, seine Para-Judonationalmannschaft der Frauen. Nach vierjähriger Abwesenheit war auch die Ukraine mit einem 15-köpfigen Team wieder in Heidelberg. 117 Athleten aus 15 Ländern kämpften um die Medaillen und auch das Kadetten-Turnier (U 16) war, wie jedes Jahr, sehr besucht.

Wieder am Start waren die Gold- Zwillinge aus London und Silberzwillinge aus Rio de Janeiro Carmen und Ramona Brussig. Beide Kämpferinnen sind inzwischen über 40 Jahre und die Jugend (Ukraine und Russland) drängt nach. Umso höher sind die erreichten Platzierungen von Carmen (Silber) und Ramona (Bronze) anzuerkennen.

Bei den deutschen Männern fehlte dafür dieses Jahr Nikolay Kornhaß. In der stark besetzten 60-Kilo-Klasse belegte der Nachwuchskämpfer Khei Nguyen aus Marburg einen bewundernswerten dritten Platz. Ebenfalls Bronze erkämpften sich Marc Milano (- 90 kg) und Oliver Uppmann (- 100 kg).

Jedes Jahr werden auch die besten Techniker geehrt. Bei den Kadetten erhielt Cameron Bradley aus Großbritannien den Ehrenpreis, bei den Männern Paralympics-Sieger Olexandr Kosinov aus der Ukraine und bei den Frauen die Brasilianerin Meg Rodriguez Vitorino Emmerich.

Am meisten lieben die Gäste aus aller Welt aber das dem Turnier folgende zweitägige Judo-Camp. Selten haben die Sportler Gelegenheit, mit der Elite des Para Judo viermal zu trainieren. Höhepunkt am ersten Trainingstag war die Leitung von Weltmeister Saeid Mollaei aus dem Iran. Da 2020 die Paralympischen Spiele in Tokyo stattfinden werden, erwartet man für die nächsten German Open im Para Judo eine erneute Steigerung der Teilnehmerzahl.

Quelle: Weinheimer Nachrichten https://www.wnoz.de/Lokalsport/117-Athleten-aus-15-Laendern-df712622-056...